Ist der Bitcoin das neue Gold?

Wer sich an die Anfangszeiten des Internets erinnert, oder besser an die Anfänge des mobilen Internets, kann dessen Leistungsfähigkeit mit der eines aktuellen Smartphones vergleichen. Eine dazu analoge gedankliche Extrapolation des Bitcoins von heute zu seiner möglichen Performance in einigen Jahrzehnten sollte dann eine vage Ahnung davon vermitteln, welche imposante Entwicklung noch zu erwarten ist. Von daher wird sich die Antwort auf die Frage „Bitcoin als Währung oder Store of Value“, wie sie hier kurz und prägnant angerissen wird, irgendwann ganz von selbst geben.

Im Hinblick auf seine Eigenschaft als Wertspeicher wird der Bitcoin gerne mit Gold verglichen. Das hatte auch Bitcoin-Schöpfer Satoshi Nakamoto schon im Hinterkopf, als er den Bitcoin-Algorithmus dem Schürfen von Gold nachempfand. Dort hat er festgelegt, dass sich die Menge der zu schürfenden Bitcoins alle vier Jahre halbiert. Damit wird das ständige Abnehmen der noch vorhandenen Menge beim Ausbeuten einer begrenzten Ressource simuliert. Des Weiteren hat Satoshi selbst in einem Gedankenexperiment den Vergleich zu Gold angestellt: „Stellen Sie sich vor, dass es ein Basismetall gibt, das so knapp ist wie Gold, jedoch mit den folgenden Eigenschaften: langweilige graue Farbe, kein guter Stromleiter, nicht besonders stark, aber auch nicht duktil oder leicht verformbar, nicht für praktische oder dekorative Zwecke geeignet und eine besondere, magische Eigenschaft: kann über einen Kommunikationskanal transportiert werden. Wenn es aus irgendeinem Grund irgendeinen Wert erlangt hat, könnte jeder, der Vermögen über weite Entfernungen transferieren möchte, etwas kaufen, übertragen und vom Empfänger verkaufen lassen“.

Als Geldanlage mit Renditeaussichten ist Gold nicht geeignet. Die einzig wichtige Funktion einer Anlage in Gold ist die Versicherung gegen Wirtschafts- und Währungskrisen. Der Vergleich zwischen dem Verlauf des Goldpreises nach Aufhebung des Goldstandards des US-Dollars 1971 und der Entwicklung des Bitcoins zeigt verblüffende Parallelen: Zunächst ein starker, exponentieller Anstieg, der in einen Gleichgewichtszustand abfällt, bei simultaner Abnahme der Volatilität, weil sich das Asset als Anlage etabliert.

Gleichzeitig ist festzustellen, dass der Verlauf des Bitcoin-Preises nur sehr schwache Korrelationen sowohl zu Gold als auch zu Öl sowie zu den Aktienmärkten aufweist. Dieser Umstand macht ihn als Wertspeicher zu einer attraktiven Investmentalternative beziehungsweise zu einer eigenen Anlageklasse im Sinne einer Streuung des Risikos.

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