Bitcoin und Bankensystem – ein Vergleich

In der Regel kann eine Transaktion über eine Bank nicht anonym getätigt werden. Banken und andere Zahlungsanbieter (wie z.B. Mastercard, Paypal, Visa oder Western Union) können die Zahlungsabwicklung verweigern. Bitcoin-Transaktionen sind anonym, sie benötigen keine Identifizierung (ID) des Senders oder Empfängers, sondern lediglich einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel. Sie sind ohne Genehmigung auch international möglich.

Stetiger Zugriff auf das eigene Konto

Bankkonten können eingefroren sowie teilweise oder komplett konfisziert werden. Bitcoin-Zahlungen sind zensurresistent, das heißt, niemand kann eine Transaktion, egal über welchen Betrag, blockieren. Über ein bestimmtes Bitcoin-Guthaben oder „-Konto“ kann ausschließlich verfügen, wer den Private Key (ein Zugangscode, der zunächst nur dem BTC-Besitzer bekannt ist) dazu besitzt, sonst niemand. Mit dem Private Key ist also jederzeit und überall der Zugriff auf das eigene Bitcoin-Guthaben möglich.

Transaktionen 24/7, 365 Tage im Jahr

Transaktionen im Bankensystem sind zeitaufwendig und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Um SEPA-Zahlungen (Single Euro Payment Area) und Überweisungen auszuführen, sind gesetzliche Fristen von einem bis vier Tagen festgelegt. Verlässt eine Zahlung jedoch den SEPA-Raum, gelten keinerlei gesetzliche Fristen mehr. Dann kann eine Überweisung sogar mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Dagegen werden Bitcoin-Transaktionen innerhalb von wenigen Sekunden übertragen und können binnen einer Stunde unumkehrbar werden. Sie finden online 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr statt.

Freiwillige Transaktionsgebühren

Transaktionen sind für Bankkunden außerdem kostspielig. Ein EFT (Electronic Funds Transfer = elektronische Überweisung) außerhalb Europas liegt meistens zwischen €5 und €12,5, solange der Überweisungsbetrag unter €12.500 liegt. Übersteigt er diesen Betrag, fallen Gebühren von bis zu 0,15 Prozent der Überweisungssumme an. Bei Bitcoin-Transaktionen kann die Höhe der Transaktionsgebühr selbst gewählt werden. Je höher diese ist, desto höher ist die Priorität, die der Transaktion im Bitcoin-Netzwerk eingeräumt wird. Die Gebühr geht an die Miner, die die Transaktionen ermöglichen, indem sie neue Blöcke in der Blockchain erstellen. 

Gebührenfreie Konto (Wallet) -führung

Ein Konto bei der Bank kostet in der Regel Gebühren. Andere Möglichkeiten, bei der Bank Werte und Vermögen sicher zu speichern, beispielsweise ein Schließfach, sind ebenfalls kostenpflichtig. Da Bitcoins (BTC) nur virtuell existieren, nehmen sie keinen physischen Raum ein, außer dem Private Key in der Wallet, der aus einem Code besteht. BTC können jederzeit digital oder auf Papier gesichert werden. Solange der Private Key einer Wallet (digitale Geldbörse) nur dem Besitzer bekannt ist, kann niemand diese BTC stehlen. Der Besitzer einer Wallet kann im Zweifelsfall jederzeit seinen Private Key ändern.

Keine Meldepflicht

In ganz Europa und darüber hinaus besteht eine Meldepflicht an die jeweilige Zentralbank, wenn Auslandsüberweisungen einen bestimmten Betrag überschreiten. In Deutschland gilt diese Meldepflicht an die Bundesbank ab einem Betrag von €12.500. Bei Nichteinhaltung können Bußgelder von bis zu €30.000 erhoben werden. Im Bitcoin-System gibt es keinerlei Meldepflicht. Internationale Transaktionen können jederzeit getätigt werden, denn sie werden lediglich von den Minern in der Blockchain dokumentiert. Eine tatsächliche Transaktion findet daher gar nicht statt. Es ändern sich lediglich die Konstostände in den Wallets von Sendern und Empfängern. 

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Quellen

Banktip Das kompetente Vergleichsportal (2019). Überweisung außerhalb EU/EWR (abgerufen am 25.01.2019).

Bitcoin Wiki (2019). Bitcoin (17.01.2019).

moneytransfer OÜ (2018). SEPA-Überweisungen (abgerufen am 22.01.2019).

Zentralbank, E. (2009). Der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA): Ein integrierter Markt für Massenzahlungen.